Mit dreißig wird man tatsächlich gelassener

… oder selbstsicherer. So erkläre ich mir, dass ich mir über vieles nicht mehr oder kaum noch den kopf zerbreche, was mich vor paar monaten eine längere zeit beschäftigt hätte.

Die eigene selbstsicherheit scheint andere nervös zu machen. Zumindest würde das die merkwürdigen diskussionen von einem Gewissen Zusammenkommen erklären.

Man schaut schliesslich auch auf viele erfahrungen zurück, die einer beweisen: Vielleicht störrt es Dich, aber eine ganze reihe von leuten finden diese eigenschaft tatsächlich an mir sympathisch. Oder eben wegen genau dieser eigenschaft finden mich leute sympathisch.

Ich überlege, ob ich nicht doch irgendwo unreif bin. Leute aus meiner schule, leute aus meinem studium: Immer mehr sind verheiratet und haben sogar kinder. Ich habe das gefühl, bei denen ist das leben vorbei. Da wird die nächsten zwanzig jahre nichts mehr neues kommen. Ich sehe das an meinen arbeitskollegen: Die unterhalten sich über drei themen: (1) kauf und renovierung von häusern respektive wohnungen, (2) kauf und reparatur von autos und (3) schule, geburtstagsfeiern und sportvereine der kinder.

Ich möchte so was haben, wie in Californication. Sie sind dreißig-vierzig, mitten im leben, voller abenteuerlust, sich entfaltend und immer weiter neues entdeckend [ich habe David Bowie wiederentdeckt]. Unsere eltern haben uns auch in ihren zwanzigern bekommen, aber etwas ungewollt; und sie haben genauso ein leben mit kleinen kindern geführt, wie ich es mir vorstelle. Es kann also sehr wohl nach heirat und kiner was neusesundspannendes kommen.

Ich will damit auch nicht behaupten, dass alle, die kinder vor ihrem dreißigsten bekommen per se doof sind. Von denen, die vor ihrem dreißigsten kinder bekommen und nicht per se doof sind auch diejenigen, die sich nicht ihr baby auf’s Facebookprofilfoto klatschen. Einer, meiner theorien: Es ist leichter kinder zu bekommen, als eine ausgereifte persönlichkeit zu pflegen, wesewegen sich viele lieber mit ihren kindern, als mit sich selber identifizieren.

Ich bin dreißig. bin nach manchen kategorien unreif. Aber ich bin so fuckings froh, dass ich heute jeans mit schlag gefunden hab. Kennt Ihr das gefühl von angerissenen hosenbeinsäumen und kalten nieren? Lord, I can’t change, aber meine langen haare fehlen mir. Ich sehe jetzt wahrscheinlich genauso aus, wie die frauen, die ich mit zwanzig bewundert habe:
Unabhängig sich durch sich selber identifizierend, kleidungsstil irgendwo zwischen vor zehn jahren und der neuste trend plus springerstiefel. Und kurze haare; eine frau, die sich mit den inneren, intelektuellen sachen beschäftigt hat keine zeit, sich um ihre frisur zu kümmern.

Es geht nicht um kinderplanung, es geht nicht um karriere, es geht nicht um diplome.

Lieber Frank Zappa,

so habe habe ich mir mit zwanzig freiheit vorgestellt:

Um halb drei morgens nudeln für eine bioökotomatensoße zu kochen und dabei Żubrowka zu trinken. Wohlwissend, dass man morgen was für seine rechnungen machen muss. Man muss es sich leisten können kommunist zu sein, auch Du hast das gesagt. Zumindest interpretiere ich Deine dichtung genauso.

Herzlichst,

Deine,

LadidaLadida.

Ich selber habe keine ambitionen in richtung kommunismus, meine überzeugungen decken sich ganz gut mit meinem aktuellen lebensstil. Bin nur manchmal überrascht, was für ein bild manche leute von mir haben, aber nur im positiven sinne. Leute haben auch negative eindrücke von mir (siehe oben), aber über die bin ich nicht überrascht. Es gibt einfach leute, die es nicht hinkriegen mich einzuschüchtern und dann merkwürdige sachen über mich verbreiten. Wie das einemal, wo eine Gewisse Dame sich darüber aufgeregt hatte, ich könne ja kein punk sein, da ich beim trinkspiel nicht mitmachen wollte. Erstaunlich dabei war, dass (1) ich mich nicht als punk sehe, (2) die Gewisse Dame nie was mit punks zu tun gehabt hat und (3) ich beim trinkspiel nicht mitmachen wollte, weil ich trinkspiele als langweilig und als peinliche ausrede für besäufnisse sehe. Wenn man rauschgifte konsumiert, sollte man dazu auch stehen! Ich war halt gerade in einer interessanten unterhaltung, als die mit ihrem flipcup kam.

Was ich mir und Euch wünsche.

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