Radom. . . und ich putzte die Fenster/ A ja myłam okno.

Weiter unten ausschnitte aus dem text. Das ganze essay samt politisch- und kulturgeschichtlichem hintergrund ist hier zu finden, also als PDF herunterlandbar:

Der ganz text ist hier zu finden.

Ohne jegliche vorwahrnung brach es über uns herein.Freeze, I’m Ma Baker, put your hands in the air! Gimme all your money! This is the story of Ma Baker, the meanest cat from old Chicago town. Üblicherweise wurden in dieser kneipe die aktuellen hits abgespielt, dementsprechend war ich leicht irritiert discopop aus dem 1970igern zu hören. Ich warf blick auf den bildschirm und entdeckte im hintergrund der bühne eine neonlichtinschrift; außer dem ersten buchstaben erkannte ich alle. Diese ergaben:

O-P-O-T 1979.



Mooggie erzählt. . .

Zum einem: Nicht in Moskau, sondern in Leningrad. Radom war im jahre 1976, Bonny M kam 1979. Die zwei sachen haben null miteinander zu tun.
Nun, was die beliebtheit von Bonny M betrifft:

Da geht es nicht nur um Rasputin. Klar, dass war auch so ein ha-ha-ha, zensur und dergleichen. Es ging darum — mag sein, dass ich mich immer wieder wiederhole, ich weiß ja selber nicht mehr, was Du weißt, was Du nicht weißt. Ich erzähl einfach, wie es war.

Atmet tief ein.

In der zeit von Gierek, also anfang dier 1970iger, also die Küste ’70 bis Solidarność ’80 auf der einen seite die Propaganda Sukcesu (Erfolgspropaganda), staatskredite, dank derer es bunte strumpfhosen und weiße schokolade gab, aber auch so ein bisschen die möglichkeit in den Westen auszureisen. Und diese sehnsucht nach dem Westen. Du musst verstehen, alles, was westlich war, das war wie eine pralinenschachtel und ein bombon in glitzerpapier. Naja, und so ein Bonny M im vergleich zu diesen breslauer platenbauten und den in sich zusam- menfallenden altbauten, von den deutschen hinterlassen, und den kaputten bürgersteigen…

Kann gut sein, dass Du Dich noch an so ein Polen erinnern kannst, aus den anfängen der 1990iger. Aber das hier, das war nochmal schlimmer. Denn, als wir zum ersten mal in Polen waren, da gab es wenigstens noch diesen sich anbahnenden kapitalismus, paar bunte geschäfte, solche sachen halt. Aber das hier, das war einfach nur grau in grau in grau. Und im vergleich dazu so eine bunte band, wie Bonney M — das war einfach nur super!

Die tatsache, dass die überhaupt nach Polen gekommen sind, ich habe Dir das aber schon mal erklärt. Ich weiß, Du kannst das nicht mehr hören! Damit Du jedoch verstehst — um dies zu verstehen — was die leute einfach nicht verstehen können; man muss verstehen, was das bedeutet, dieser Eiserne Vorhang. Dieser Eiserne Vorhang, der war schon etwas durchlässig geworden. Aber weißt, alles, was Westlich, weißt, deswegen kamen nach Polen diese drittklas- sigen bands, zu den festivals bspw in Sopot, bands, die niemand bei denen zu hause kannte. Irgendwelche niederländischen oder andere englischen. Und weißt, bei uns alles, was anderes artig war, bunt war, westlich war — das war einfach nur super. So kam es zu Bonney M. Nicht nur Rasputin und überhaupt hat das nichts mit Radom zu tun.

Du, dass war so — Du musst Dir das so vorstellen — stolpert über ihre eigenen wörter es ging darum sammelt sich. Die erste form des protestes gegen das Polnische Fernsehen war der sogenannte Schauspielerstreik während des Kriegszustandes gemeint ist das Kriegsrecht zwischen 1981 und 19835. Ein thema, über welches, soweit ich weiß, Du sehr viel weißt. Generell kam es niemanden in den sinn kein fernseh zu schauen. Es gab halt nichts anderes zur auswahl. Es gab nur zwei fernsehsender, die leute schauten sogar die nachrichten um halbwegs mitzubekommen, was in der welt vorging. Und filme hat man geschaut. Mehr gab’s halt nicht.

Was nun Radom angeht, das war eine ganz einfache sache. Wenn man in diesem land lebte
und halbwegs geistesgegenwärtig war, da wusste man auch schon mit sechszehn was los war. Besonders, wenn man in der Grudzioncka Straße6 wohnte. Ich weiß es noch, wie gestern. Schema F. Preiserhöhung — streiks — und dann lösung des problems. So war es 1956 in Posen, so war es 1970 an der Küste. Meistens lief es so ab: Streiks, dann paar tote und schließlich nahm die regierung die preiserhöhungen zurück.

Überhaupt, einfach nur dieses Schema F, welches sich immer und immer wieder wiederholte:
Wirtschaftliche probleme führten zu gesellschaftlichen unruhen. Die regierung versuchte irgendwie damit fertig zu werden. Einer ging, der nächste kam.
Und im jahre 1976 — ich weiße es noch, als ob es gestern gewesen wäre. Das war für mich ein wirklich erschütterndes erlebnis. Im mittleren zimmer in der Grudzionska — heute würde es man es als wohnzimmer bezeichnen — meine Mama war sicherlich da, und Frau Mecia, wahrscheinlich auch Frau Adela, die Mama von Mecia. Wahrscheinlich auch Frau Krajewska, kurz gesagt, das übliche ründchen von nachbarinnen. Der fernseher war an, aber das waren noch nicht die abendnachrichten, das muss am nachmittag gewesen sein.
Ich putzte die fenster, weißt Du? Mama hat mich gebeten die fenster zu putzen. Nun stand ich da und putze die fenster so vor mich hin, während der rest der mädels vor dem fernseher saßen.
Und nun trat Jaroszewicz vor. Das war der premierminister. Dieses mal ging es um zucker. Denn damals an der Küste im jahre 1970 — da ging es um’s fleisch. Nun gingen die preise für zucker um hundert prozent hoch. Auch für andere lebensmittel, aber hauptsächlich ging es um den zuckerpreis. Schon da wusste man, was passieren und was das bringen wird. Eben dieser Radom und dieser Ursus. Wieso gerade Radom? Das war jetzt keine bekannte stadt, eine stadt mittleren größe. Da gab es einfach viele große fabriken und dort riss den leuten der geduldsfaden. Einmal riss den leuten der faden in Posen, einmal an der Küste und diesmal riss den leuten der geduldsfaden in Radom.
Naja, und dieses Radom, das war ein massaker auf ganzer linie. Die regierung ruderte schnell wieder zurück, von dem, was ich weiß, sahen die ganz von den preiserhöhungen ab. Es fing jedoch so eine hetze an, an so eine, ehrlich — ich habe die aufstände an der Küste im 1970 mitbekommen. Da kam alles recht schnell wieder zur ruhe. Klar, es gab 1970 tote, aber hier, 1976 in Radom, das war einfach nur noch der horror. Im fernsehen von morgens bis abends nur diese propaganda gegen die arbeiter aus Ursus und Radom. Daher entstammt auch KOR — Komitet Obrony Robotników. Die arbeiter wurden geuä

ält, gefeuert und auf fürchterlichste art und weise verfolgt. Verhaftet wurden sie und jegliche lebensgrundlage wurde ihnen genommen.
Die waren wehrlos und nicht genug. Ich weiß noch, wie sehr uns das mit unserer mädchenclique mitnahm. Man trieb arbeiter zusammen, bspw. in die Jahrhunderthalle in Breslau. Man
trieb sie zu kundgebungen zusammen. Und auf diesen kundgebungen! Ich sag Dir, dass war die reinste Goebbelspropaganda! Die leute standen nur so da — parolen — plakate — und alle riefen „Ihr störenfriede und provokateure aus Radom!“, dass war der hauptvorwurf. Man schrie irgendwelche parlonen, alle in reih und glied, der applaus in reih und glied. Das war nicht mehr auszuhalten! Ich war fix und fertig.

Dieses mal zog man weder die jugend, noch die studenten mit rein, mit den letzteren gab es eh immer nur probleme. Man hetzte arbeiter auf arbeiter, das war das fürchterliche! Das lief die ganze zeit im fernsehen und alle nur „wir unterstützen den Genossen Gierek“, „Weg mit den störenfrieden aus Radom“. Ich weiß nicht mehr die ganzen parolen, man kann das sicherlich noch nachschlagen.

Aber es war einfach nur furchtbar. Furchtbar und grauenhaft.

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Auf den Dritten darfst Du Singel sein

Dieser Text ist in drei Phasen entstanden. Ich fing an an ihm im Jahre 2004 zu arbeiten, kam im Januar 2011 auf ihn wieder zurück und schloss ihn im Mai 2018 ab. 

Warum spielen die Kinder nicht mit mir, obwohl ich Atombomben esse? Schon die Vespa schrieb in ihren vorchristlichen Werken, dass der Verzehr von nuklearen Waffen, besonders in Hinblick auf den Eurostabilitätspakt, nicht zu empfehlen sei. Nachdem die Vespa das Werk über die Behandlung von nuklaren Gegenständen im kulinarischen Bereich publiziert hatte, stellte sie fest, dass auf Facebook sehr merkwürdige Menschen wohnen. Deswegen entschied sie sich mit Rüdiger Oktave eine Runde Dampfmaschieneflipper zu spielen. Die Dampfmaschienenflippermaschiene schnarrchte wie verrückt. So kam es, dass die Vespa sich dazu entschied in der Mikrowelle weiterzuschlafen. Dort war leider kein Platz mehr, weil ein Pfannkuchen gekocht wurde. Glücklicherweise kam gleich die Limon und holte den Pfannkuchen. Nun konnte die Vespa in Ruhe weiterpennen.

Während die Limon ihren Pfannkuchen aß, sah sie sich die neue Kollektion von David Beckham an und stellte überrascht fest:
— Ne, da dachte ich mein ganzes Leben, ich würde Pfannkuchen machen, dabei ist es ein Rezept für Crepes, dass ich immer hernehme!

Vespa schlief in der Mikrowelle und Limon schaute Internet. Wieso waren die in einer Wohnung mitten in der Nacht? Weil der Lila Himmel weinte. Glücklicherweise tranken beide Kaffee ganz gerne auch mit Konservenmilch. Der Boden müsste mal wieder gewaschen werden. Leider war weder Limon noch Verspa in diesem Bereich geschult worden, für Bodenwäsche sei ja die Hotline respektive Kundbetreung zuständig. Dabei hatten beide studiert gehabt.

Was sollte nun mit der Entwiederverbeamtung von Rüdiger Oktaven passieren? Eine Druckgeräuschschallwald hatte er ja eingebauen lassen. In welche Fahrrichtung sollte er sich bewegen? Schließlich wurde in Berlin überall gebaut, nur nicht auf dem Flughafen, welcher ein großes Optimierungpotenzial hatte. Dies war auch das Thema des Gottesdienstes, an dem Rüdiger und die Vespa am vorherigen Tag teilgenommen hatte. Die Vespa merkte an, dass die Chinesen einen Flughafen innerhalb eines Monats bauen könnten, Erdogan hatte den größten Flughafen der Welt gebaut. Rüdiger Oktaven erboste sich: J.M.D. hatte Autobahnen gebaut — bräuchte man also einen Diktatur, um ein Bauprojekt erfolgreich abschließen zu können? Vespa kreierte darauf folgende Hypothese:
Das Zeichen einer funktionierenden Demokratie ist, dass kein Flughafen gebaut werden kann. Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass sowohl der Autor, wie auch der Interpret sich irren können.

In der Zwischenzeit fing Limon an Bass-ukulele nach Noten zu spielen, und zwar nach Banknoten. Denn er wollte keinen briefkasten, in den eingebrochen werden konnte.
In diesem Briefkasten war eine Atombombe zu finden, welcher in diesem Fall unnütz geworden und zum Verzehr bestimmt war. Die grundgesetzliche Verfassung von Limon war nach dem Briefkasteneinbruch selbstverständlich im Keller. Die Vespa begab sich schließlich in den Keller auf der Suche nach der Limonverfassung, wo er auf Rüdiger Oktaven stieß, welcher verkündete:
— Die Edith, also die gehört mir.

Ferajntes Ojropa

Dieser text ist im herbst 2017 entstanden. 

 

– Was bin ich nun für Dich? Polin, ne?
Ich hätte ja sehr viele antworten erwartet, aber nicht die:
– Deutsch. Für mich bist Du deutsch.
– Wieso?
– Weil ich Dich bis jetzt nur deutsch erlebt habe.

Überraschend. Drei wochen vorher wurde ich als Polin bezeichnet. Während ich meinen polnischen bekannten von der arbeit versucht habe zu erklären, dass ich mit dem Polen von heute so recht wenig zu tun hätte. Ich bin ein kind der polnische emigration und meinen alltag bewältige ich am besten in der Bundesrepublik. Nein, nein, klar, ich würde bisschen merkwürdig sprechen, aber ich würde voll hier den polnischen geist spüren, weil ich wesentlich lockerer drauf wäre, als Deutsche, und schnapps wie keine andere tränke. In meinem polnischen bekanntenkreise kenne man mich nur von meiner polnischen seite her, eine deutschen gebe es doch nicht wirklich.

Ein halbes jahr später. Szenerie: Man unterhält sich im kreise von Bundesbürgern. Ungefähr zwei stunden ging es um die jetzige regierung in Polen. Für die ich mich rechtfertigen sollte, durfte. Am ende des abends stellte ich erneut die frage:
Als was nimmt man mich wahr?
Ganz klar, Deutsche.

Zur zeit des Dritten Reiches war meine familie auf der anderen seite der Oder. Mit Nazisv hatten wir schon zu tun gehabt:
Mein urgroßvater väterlicherseits ist in Oraninenburg umgekommen, seine tochter war zwangsarbeiterin in einer munitionsfabrik irgendwo in Deutschland, der großvater mütterlicherseits wurde von der Gestapo gefoltert. Jedoch gerade – und ja, ich merke selber einen widerspruch darin –, weil ich mich auch
als Deutsche fühle, halte ich es für meine aufgabe sich der geschichte des Dritten Reiches bewusst zu sein.
Klar, dieses bewusstsein bekamen die Deutschen auch dank der hilfe der US-Amerikaner, stichwort Nürnberger Prozesse. Diesen denkanstoss hatten weder die Franzosen, noch die Skandinavier, auch die Österreicher stellen sich gerne als eher als opfer, als als täter da. Diese aufarbeitung, das bewusstsein der verantwortung für die katastrophe genannt I. und II. weltkrieg; für mich ist das ganz klar ein teil deutscher identität. Im positiven sinne. Zum genozid kommt es immer wieder in der geschichte der menschheit, aber, dass sich das tätervolk letztendlich dazu bekennt und versucht daraus zu lernen. Ich finde, da kann man ruhig etwas stolz auf sich sein.

Oslo hat was schönes an sich. Weil ich dort als ausländerin wahrgenommen werde. Total. Ich habe einen deutschen akzent, eine polnische satzmelodie, jeder türkische oder oder ein anderer pakistanischer supermarkt nimmt mich als ihre zugehörig an.

Nicht so beim Türken in Badstraße. Weiß, kein akzent im deutschen, in der kasse dank schee-merci-auf wiederschauen. Ich bin hier nicht mal ausländerin, weil ich kein ausländisch spreche. Obwohl ich mich auch als ausländerin fühle und als solcher gerne auch wahrgenommen werden möchte. Auch das ist ein teil meiner identität.

Der oikos. Ein begriff aus der griechischen, politischen philosophie. Oikos – das haus. Im sinne von alles, was sich um das haus respektive den bauernhof herumtummelt. Der private, nicht nicht-öffentliche raum, im gegensatz zur Polis, dem öffentlichen raum.

Ich konnte als kind ganz lange nicht begreifen, wie man in einer welt leben kann, wo man draußen dieselbe sprache spricht, wie zu hause. Dann machte ich die erfahrung, dass dieses spiel zwischen oikos und polis, das ist gar nicht so ungewöhnlich in der heutigen gesellschaft.

Man trifft sich in der polis, hier spricht man deutsch, man befolgt die deutsche arbeitsplatzknigge. Unter sich klären die Polen, die Araber und Türken arbeitstechnische probleme auf ihre art und weise. Aber es gibt dieses ungeschriebene gesetz, dass ich meinen türkischen kollegen nach der deutschen knigge behandle, nicht nach der polnischen oder türkischen. Zum polnischen teamleiter würde ich sagen:
– ey, der Krzysio, der regt mich so auf! Der hat wieder seinen job nicht gemacht, ich muss es jetzt machen. Ich sag Dir, dass nächste mal! Rede mal mit diesem… , dabei gerne laut und theatralisch werden.
Im deutschen arbeitsumfeld sagt man:
– Es ist dem arbeitsklima nicht dienlich, wenn ein kollege seine pflichten vernachläßigt und erschwert auch unnötig die erfüllung meiner.

Familiengefühl ist so ein schönes beispiel. Sehr stark bei den Türken, den Arabern und Polen. Man freut sich, dass man ähnliche traditionen in den jeweiligen oikoi hat, traditionen, die bei den deutschen, sprich in der Polis, überhaupt nicht zu finden sind. Da sagt der türkische arbeitskollege:
– Ja, bei uns Türken ist das so, wie bei Euch Polen. Die großeltern kümmern sich um die enkel, die kinder um die großeltern.

Zwanzig minuten später regt sich derselbe Türke auf [ich versuche es, so gut wie ich’s hinkrieg.]:
– Ihr neu-berliner! Ihr habt von nischt eine ahnung! Weiß nit mal, was da Buga ist. Buga, so sagen wir Berliner zu Britz.

Wir. Uns. Nationalität. Schwieriges thema in Deutschland. Unter emigranten schmeißt man sich manchmal sachen an den kopf, die man unter deutschen so nicht sagen würde. „Weiß nicht, von wem der zucker ist. Kannst gerne nehmen. Du als Polin hast ja kein problem damit, wenn etwas vom laster gefallen ist“. Meinen Griechen bezeichne ganz liebevoll als „halbheiden“. Und das, obwohl keiner von uns besonders gläubig ist.

Identität. Mit verschiedenen identitäten benimmt man sich auch verschieden. Wenn ich im deutschen kreis einen abend verbringe, gibt es immer wieder überlegungen zum thema Drittes Reich, Nazis und Hitler, die ich für mich behalte. Für mich gibt es kein man darf doch noch das sagen dürfen. Ich sag es einfach nicht. Weil mir mittlerweile bewusst geworden ist, dass,
obwohl wir hier beisammen sitzen und ich dazugehöre:
Es gibt einfach dinge, die hier nicht hingehören, was in der welt einer meiner anderen identitäten kein größeres ajwaj wäre.

Verschiedene identitäten vermischen sich auch. Ich sag ganz klar:
Mit den leuten, die heute in der polnischen regierung sitzen, habe ich nichts zu tun. Aber dieses deutsche bewusstsein ein tätervolk zu sein, von dem ich oben gesprochen habe, dass schwappt dann bizarre weise in mein polnischtum. Es bringt mich dazu, mich doch in einer art und weise für die regierung drüben verantwortlich zu fühlen. Wir wussten nichts von Auschwitz zieht einfach nicht. Ein urwald im osten Polens wird abgeholzt und ich wusste
tatsächlich von nichts. Dabei hätte ich auch bleiben können, dass es an mir vorbeigegangen ist. Tja, dann stand ich da und stellte fest, dass sogar mein eigener in Oslo lebender bruder wochenlang sich über die umweltpolitik Polens aufgeregt hat, während ich nichts wusste.

War schon richtig deprimierend, als ich im zuge der letztenpräsidentschaftswahlen in Frankreich mir bewusst wurde, dass ich, im gegensatz zu anderen leuten, nicht so leicht gebrauch machen kann von meinem wahlrecht. Ich kriege keine wahlbenachrichtigung nach hause geschickt. Ich bin zwar französische staatsbürgerin, darf erst wählen, wenn ich mindestens ein halbes jahr an einer französischen botschaft respektive französischen konsulat gemeldet bin. War ich zu dem zeitpunkt nicht. Um von meinem polnischen wahlrecht gebrauch zu machen, müsste ich erstmal überhaupt beweisen, dass ich polnische staatbürgerin bin. Dann papiere aus zwei bis vier ländern zusammenkriegen. In Deutschland bin ich auch noch nicht eingebürgert. Ein Wahlrecht, von dem ich ohne bürokratische hürden gebrauch machen kann, habe ich nur in Berlin, weil ich mittlerweile über ein halbes jahr in Berlin gemeldet bin. Während der präsidentschaftswahlen war nicht mal das der fall, sprich, ich war in einer situation, wo ich halb Europa abtelefonieren müsste, um irgendwo von meinem wahlrecht gebrauch zu machen.

Dazu kommt noch, dass ich in einem haushalt großgeworden bin, wo es man nie zu wahlen gegangen ist. Meine mutter sieht sich anarchistin, mein vater abnegat. Keiner von denen sah einen sinn dahinter vom polnischen oder französischen wahlrecht gebrauch zu machen. Man wohne ja schliesslich nicht dort und es sei ja so ein aufwand mit den behördengängen und so.

Wieso kann man nicht dort wählen, wo man wohnt? Um auf die Alten Griechen zurückzukommen, die oben erwähnten, Griechenland, die wiege der demokratie. Wahlrecht hatten freie griechische staatbürger. Da sind wir schon ein wenig weiter:
Da es keine sklaverei mehr gibt, sind wir alle frei und dürfen dementsprechend wählen gehen. Auch frauen haben mittlerweile ein wahlrecht. Nur an der staatsbürgerschaft harpert es noch, auch hier zählt die stimme der Barbaren nicht.

Eine polnische freundin von mir ist vor einem jahr eingebürgert worden. Sie findet es äußerst skurril, dass sie, die sich nie mit Deutschland zu hundert prozent identifizieren wird, die deutsche staatsangehörigkeit hat, während ich…

Eine wahlbenachrichtigung hat sie bekommen. Selber würde sie wahrscheinlich nicht hingehen, aber sie weiß, wie wichtig das für mich ist. Sie interessiert sich überhaupt nicht für politik, wir diskutieren auch selten darüber. Paar mal kamen wir dann doch darauf zu sprechen. Sie gab ihres zum besten und wartete auf einer reaktion von mir. Worauf ich den gesetzlichen und ideengeschichtlichen hintergrund darstellte, gerne im tonfall eines scharfen sarkasmus.

Letztendlich haben anscheindend diese vorträge was gebracht, weil sie sich tatsächlich verpflichtet fühlt, zur urne zu gehen. Nur, dass sie nicht weiß, wo sie ihr kreuzchen setzten soll.

Wenn mir das so wichtig ist, dann soll ich ihr sagen, für wen sie abstimmen soll. Auf diese weise bin ich doch zu einer art wahlrecht in der Bundesrepublik gekommen.

Ich denke, dass meine liebe zu Berlin auch daher kommt, weil es eine versinnbildlichung meiner identität ist. Gewaltsam in zwei geteilt, jahrzehntelang versucht, wieder vereint zu werden. Dann sollte zusammenwachsen, was zusammengehörte. Was bis heute nicht wirklich passiert ist, statt dessen entstand ein riesengroßer flickenteppich an verschiedensten stadtviertel, jeder steht für etwas eigenes und trotzdem ist Berlin eins. Vereint.

Mein onkel sagt immer ganz andächtig:
– Polska, Francja, Norwegia, Bawaria, teraz Berlin. MówiÍ Wam, Klarencja, to farajntes
ojropa!
Vereintes europa. Vereint in einer person. In mir.

Was ich mir und Euch wünschen.

Das chaos auf Deinem blog spiegelt sehr gut Deine persönlichkeit wieder.

Bekam ich so vor den latz geknallt. Ich hatte paar abende davor gefragt, ob ich den link zu meinem blog aufschreiben solle. Dieser wäre gerade im umbau und viel könne man nicht damit anfangen, aber, wenn interesse bestünde…

Nun wurde ich darauf nochmal angesprochen:
– Ich habe jetzt nichts großartig gelesen, habe es mir  nur so angeschaut, aber ich muss sagen, das chaos auf deinem blog spiegelt sehr gut Deine persönlichkeit wieder.

Alles schön und gut, aber einige dieser Texte sind über fünf jahre alt. Die jüngsten gerade mal zwei. Vor fünf jahren kannte man sich noch nicht, obwohl es natürlich diese eine romantische spinnerei gibt, dass man sich vielleicht doch 2004 über den weg gelaufen ist. Gut fünf jahre bevor  ich anfing meine texte auf einem blog zu veröffentlichen. Etwas, von vor einigen jahren spiegelt meine heutige persönlichkeit wieder — und nun?

Ich wollte einen neuanfang! Etwas bei mir noch nicht dagewesenes! Und nun spiegelt etwas von vor einigen jahren meine heutige persönlichkeit wieder.

Ich habe ja schon das ende meines blogs verläuten lassen. 
Ich kam mit dem schreiben nicht weiter voran, während ich mich  dazu verpflichtet fühlte den blog fortzuführen, da es mir immer eine riesenfreude bereitet hatte. Gleichzeitig hatte ich so gar keine ahnung, über was ich schreiben wollte.

Ich fing an meinen blog winter 2009/2010 zu schreiben. Anlass war irgendwie die idee anderen leuten die welt aus meiner sicht darzustellen (daher der titel des blogs).  Im laufe der jahre 2011 und 2012 festigte sich der themenrahmen. Es ging sehr viel um politisch-gesellschaftliche themen, aber auch einiges persönliches. Schließlich kamen buch-, film-, youtube-, blog-, fernseh- ect.-empfehlungen dazu. Im frühling 2012 hörte ich auf zu schreiben und schliesslich kehrte ich an die uni zurück, wo mein schreibbedürfnis befriedigt wurde.  Erst jetzt sehe ich, dass die jahre, in denen ich überhaupt nichts auf meinem blog veröffentlicht habe, diejenigen waren, in denen ich enorm viel für die uni geschrieben habe.  Da könnte es einen zusammenhang geben…

Dann ging ich von der uni ab und geriet innerhalb von kürzerster zeit wieder einmal in einem kreis von intellektuellen, diesmal künstlerinnen, bildende, musizierende wie auch schreibende. So fing ich wieder an zu schreiben, trug einige der texte auch vor publikum vor.  Ich fand es aber traurig die texte nur einmal vorzutragen, evt. an paar freunde und bekannte zu schicken, um anschließend die texte auf meinem rechner verstauben zu lassen. Eine revolutionäre idee kam mir in den Sinn:
Ich mache einen blog auf machen. – Ja, schön, hast Du nicht schon einen? – Stimmt, da war was…

War dann auch so.

Es hat irgendwas befreiendes endlich alle alten blogeinträge nicht mehr online zu haben. Im text vom 18.01.2016 War’s das, Leute? erklär ich ja noch, dass kaum etwas von dem, über was ich vor 2013 geschrieben habe, noch existiert. Jetzt ist es egal, da man diese texte nicht mehr nachlesen kann.

Das Wechselspiel zwischen neuanfang und fortführung. Die idee in meinem hinterkopf war, wie gesagt, ein völliger neuanfang. Zwar auch auf alte texte zurückkommend, aber mit dem alten abschliessend. Dieses chaos auf Deinem blog spiegelt sehr gut Deine persönlichkeit wieder lässt mich beruhigend vor mich hinschmunzeln. Es ist wunderschön alte sachen mit ins neue lebenskapitel zu nehmen.

Was ich mir und Euch wünsche.

Das Jahr 2200- als die Welt noch in Ordnung war

Dieser Artikel wurde am 30.04.2010 veröffentlicht. Star Trek ist immer noch einfach absolut und peerfekt. Leonard Nimoy ist mittlerweile tot.
Ich habe wieder die Möglichkeit nachmittags Star Trek zu schauen und es erstaunt mich, dass ich mich an manche Folgen überhaupt nicht mehr erinnern kann, an andere nur bruchstückhaft oder ich bringe Geschichten durcheinander. Star Trek enthält so viel, es ist eine ganze Mythologie.

Was ich mir und Euch wünsche.

Ich habe mich verliebt. Eindeutig. Ich habe eine Schwäche für Q, Picard Intelekt macht ihn richtig sexy, Chakoty hat dieses Mystisch- Rebellische an sich, Dr. Bashir ist ein richtiger Charmeur, aber dieses Mal hat es mich richtig getroffen:

Captain James T. Kirk

Ich muss ungefähr acht gewesen sein, Mama stieg in TNG in irgendeiner späten Season ein- und ich mit. Ich mußte mich einarbeiten. Ich weiß noch, dass ich etwas gebraucht habe zu kapieren, dass Data ein Android ist und was ein Android überhaupt ist. Als dann die Serie nochmal von Anfang an wiederholt worden ist, habe ich natürlich endlich den ganzen Zusammenhang verstanden. Was mir damals gefehlt hat, waren zwischenmenschliche Beziehungen. Viele Jahre später, also vor einem Jahr, hatte ich dann doch die subtilen Andeutungen in der Serie verstanden. Außerdem habe ich mich endlich mit den amerikanischen Beziehungsregel außeinandergesetzt und kapiere nun Beziehungskisten in amerikanischen Serien prinzipiell besser.

Als nächstes habe ich mich an Deep Space Nine versucht, diesmal ohne Mooggie. Es ging einfach nicht. Die einzige Figur, mit der ich irgendwas anfangen konnte, was O´Brien- und den konnte ich zum damaligen Zeitpunkt nicht ausstehen. Die ganze Serie kam mir so langweilig vor!

Wir hatten mit Mooggie anfangs Probleme bei Voyager alles genau mitzuverfolgen; aber es war definitiv leichter dort einzusteigen, als bei DS9. Es war ein ähnliches Konzept, wie bei TNG- ein Raumschiff, seine Crew und ihre Geschichte. Paar Raumanomalien, paar persönliche Geschichten und einen ziemlich strammen Entwicklungsstrang. Wir waren begeistert!

Einige Jahre vergingen und ich erzählte Freunden von meinem Problem mit DS 9. Alle meinten, dass die ersten Folgen tatsächlich sehr langweilig seinen, aber danach würde es nur noch besser werden. Und es ist wirklich so.

Ich habe mir gerade überlegt, dass DS 9 die StarTrek-Serie ist, zu der ich den emotionalsten Bezug habe. Vielleicht, weil ich die Serie zur Zeiten anschaute, wo es mir sehr schlecht ging und ich mich sehr nach einer Welt sehnte, wo alles wieder in Ordnung kommt und jeder am Ende seine große, wahre Liebe findet und das Gute siegt.\\
Aber das stimmt nicht ganz. Ich hatte mir eine ganze Traumwelt um die Enterprise aus TNG aufgebaut. Ich hatte mir vorgestellt, wie es sein würde, als Offizier unter Picard zu dienen.

Was sehr erfrischend an DS 9 ist, ist einerseits die Entwicklung der Geschichte im Laufe der Serie und andererseits, dass auch menschliche Aspekte gezeigt werden. Es wird nicht nur von Außerirdischen und temporalen Anomalien erzählt, sondern auch über das entstehen von Freundschaften und Beziehungen. Die ganze Geschichte um den baioranischen Widerstand und später den Maquis ist wahnsinig cool.

Sehr witzig ist dieses Amerikanische in der Serie:

Wir sind in der Minderzahl, wir haben kaum Schiffe übrig und es sieht schlecht aus. Trotzdem werden wir den Krieg gewinnen, DENN WIR SIND AMERIKANER!

„Denn wir sind Amerikaner“ kommt natürlich nirgendwo vor, aber viele der Dialoge in DS 9 klingen danach. Im Zusammenhang mit Amerikas neusten Ambitionen den Mittleren Osten zu befriedigen empfinde ich dies als eher störend.

Politisch ist wahrscheinlich das richtige Wort: DS 9 ist im Gegensatz zu allen anderen Serien sehr politisch. In TNG wird niemals an den Idealen der Sternenflotte gezweifelt, in Voyager gibt es paar solche Momente, aber kaum ausgeprägt. In DS 9 sind es richtige moralische Dilemmata; und natürlich siegen am Ende die Ideale der Föderation, weil wir Amerikaner sind.

Zusätzlich ist zu sagen, dass wir mit Moogie Star Trek: Voyager ganz verstanden haben, nachdem wir DS 9 zu Ende geschaut haben. Ich habe es zwar nie als störend empfunden, aber es hat dann nochmal einen anderen Blickwinkel gegeben.

Ich habe die allerneuste Serie Enterprise versucht anzuschauen. Es geht nicht. Die Serie will auf Teufel-komm-raus retrosein und es gelingt einfach nicht.  Außerdem passt das alles mit dem Rest des StarTrek-Universums nicht zusammen. Vieles erscheint im Anbetracht des späteren Laufs der Geschichte unglaubwürdig.

Nun bin ich im Jahr 2200 angelangt, oder eigentlich zurückgekehrt. Es ist echt abgefahren, weil ich schaue die Serie mit der selben Sentimentalität, wie die Figuren aus den späteren StarTrek-Serien über die alte Enterprise sprechen. Im Gegensatz zu der Enterpriseserie, also die allerneuste aus der Star Trek- Reihe, ist das wirklich retro, einfach, weil es tatsächlich in dieser Zeit spielt.

Alles ist so… unkompliziert. Es sind Helden, die auch mal Regeln brechen. Es ist nicht so steif, wie die späteren Figuren aus der StarTrek-Reihe.

Ich war etwas enttäuscht, als ich sah, dass es nur drei Staffeln sind. Ich bin an die sieben Staffeln von TNG, DS 9 und Voyager gewöhnt. Aber hier ist jede einzelne Folge wirklich gut. In den anderen StarTrek-Serien gibt es Folgen, die schlecht sind, die langweilig sind, die blöd sind und dann nicht mehr anschaut.

And the Beat goes on…

In Oslo haben wir im Wohnzimmer nur ein Fenster, dafür ist es riesengroß.

BabyBruder hängt aus dem Fenster heraus, in der einen Hand den Scheibenwischer, mit der anderen Hand sich am Fensterrahmen festhaltend. Auf seinen Wunsch drönnt Reaggee. Mooggie lehnt an meiner Schulter und erkundigt sich, ob sie jetzt schon einen Rechner bekommen kann. Die Musik verblödet uns. Ich liebe Jazz.

Nach einer Stunde ist BabyBruder mit dem einen Fenster fertig.

Ich geh und schau nach meinen Auberginen. Dies ist ein perfekter Moment.

Das ist ein Text, den ich im April 2010, also vor nun mehr fast sechs Jahren geschrieben habe. Es hat was beruhigendes, er ist sechs Jahre alt. Er beschreibt, dass es vor sechs Jahren perfekte Momente gab. Vor sechs Jahren war alles anderes und auch gut und nun ist es auch gut, wenn auch anders, als man es sich vor sechs Jahren hätte vorgestellt. Auch sechs Jahre danach gibt es perfekte Momente.

Das riesengroße Fenster gibt es nicht mehr. Ich weiß nicht mehr, wie das Bad aussah, ich weiß nicht mal mehr, welche Hausnummer es war. Vielleicht liegt es daran, dass die Wohnung im Nachhinein nicht so wichtig war, vielleicht liegt es daran, dass es eine sehr bedrückende Zeit war. Bedrückend wie auch immer, perfekte Momente gab es trotzdem. Der springende Punkt ist, dass es mir damals als ein ziemlich wichtiger Teil meines Lebens erschien und ich mich nun an bestimmte Einzelheiten nicht erinnern kann.

Andere Dinge ändern sich nie. BabyBruder hört bis heute noch Reaggee, dafür ist es schwierig ihn dazu zu bewegen Fenster zu putzen. Jazz — mmm — immer noch meine große Liebe. Die Auberginen habe ich erst letzte Woche gemacht. T. liebt meine Auberginen, zu dem Zeitpunkt, als der obere Text geschrieben wurde, gab‘ T. in meinem Leben noch nicht. Heute kann ich mir ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen.

And the beat goes on. Was ich mir und Euch wünsche.

DER SPIEGEL

Dieser Text stammt vom 18.04.2010:

Ich war großer SPIEGEL- Fan, es war das ersten Nachrichtenmagazin, dass ich angefangen habe zu lesen. Damals war ich zwölf und zu Teils habe ich damals noch nicht alles mitbekommen und verstanden, was der SPIEGEL schrieb. Ich hatte auch versucht Focus oder den Stern zu lesen, aber die waren mir zu banal. Ich und BabyBruder haben uns immer über Mooggie lustig gemacht, wenn sie einmal im Jahr den Stern oder Focus zur Abwechslung kaufte:

– Der Focus und der Stern haben deswegen so viele Bilder, weil die Leser nicht lesen können!

Als ich nach Bayern kam, abonnierte ich mir sofort den SPIEGEL. Irgendwann musste ich ihn abbestellen, weil ich mit dem Lesen nicht nachkam. Und obwohl manche der Ausgaben schon über ein Jahr alt waren, gab es immer noch was interessantes zu lesen.

Ende letzten Jahres habe ich es dann nochmal mit einem Probeabo versucht, zu dem ich eine wunderbare Schultasche bekommen habe. Zehn Wochen lang. Das deprimierende: Manche Ausgaben habe ich ohne einen einzigen Artikel gelesen zu haben weggeworfen, weil  es einfach nichts zu lesen gab. Was ist denn passiert? Mit Hilfe von Wikipedia fand ich herraus, dass der Redakteur ein anderer ist: Die haben Stefan Aust, den ich sehr schätze, rausgeekelt und zwei befördert, von denen ich nie was gehört habe. Weil angeblich das Niveau unter Aust zu niedrig war; als ob es jetzt besser wäre…

Aber letztes Wochenende haben die den Vogel abgeschossen:

Der Präsident Polens ist mit ein paar anderen wichtigen Leuten mit dem Flugzeug abgestürzt. Noch vor fünf Jahren, wenn sie es nicht gleich auf die Titelseite gebracht hätten, hätten sie versucht, wenigstens eine Reportage mit in die nächste Wochenausgabe zu bringen. Was kam- Hilfe! Pubertät! Ein kleiner Ratgeber zum Großwerde.

Post Scriptum, 08.02.2016:

Mittlerweile hat sich auch das Layout vom SPIEGEL geändert, vom Inhalt her ist es sicherlich nicht besser geworden und ich denke kaum, dass das Niveau noch zu senken wäre. Jetzt hat die deutsche Zeitschriftenlandschaft drei fast gleiche Zeitschriften auf dem selben Niveau. Der SPIEGEL war einfach immer eine gute Alternative zum Focus und Stern.

Die Sonderhefte (SPIEGEL Geschichte oder SPIEGEL Wissen) sind interessant und lesenwert, wenn auch teuer. Die empfehle ich definitv weiter.

Was ich mir und Euch wünsche.